5. April bis 14. Juli 2024

Festivalareal Nordwestbahnhof

Am Festivalareal auf dem Nordwestbahnhofgelände werden ein Experimentierfeld für städtisches Zusammenleben gestaltet und künstlerische Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft vorgestellt. Die von Lucia Pietroiusti (Head of Ecologies, Serpentine, London) und Filipa Ramos (Lecturer, Institute Art Gender Nature (IAGN), Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Basel) kuratierte Gruppenausstellung „Songs for the Changing Seasonsbringt internationale Künstler*innen zusammen, um darüber nachzudenken, wie sich Kunst auf ebenso konkrete wie poetische Weise mit den Auswirkungen, Folgen und der Realität der Umweltveränderungen zwischen Trauer und Transformation auseinandersetzt. Das StudioVlayStreeruwitz gestaltet zusammen mit Isolde Rajek das Festivalareal und lässt das ehemalige Nordwestbahnhofgelände zu einem temporären Beispiel einer urbanen Utopie aufleben.

Mit der „Klima Kantine“ wird ein gastronomisches Angebot geschaffen, das die Lebensmittelversorgung der Zukunft thematisiert. In Kooperation mit der Vienna Design Week entsteht die Überblicksausstellung „Design with a Purpose“ über herausragendes, grünes und zirkuläres Design aus Österreich. In der „Biofabrique Vienna“ – ein Pilotprojekt der Wirtschaftsagentur Wien basierend auf der bioregionalen Designpraxis von Jan Boelen und seinem Team – werden ungenutzte und wiederverwendete Ressourcen in Kooperation mit der Technischen Universität Wien zu neuen Materialien für Design und Architektur verarbeitet. In „Strategies & Solutions“ entwickeln Studierende der Universität für angewandte Kunst Wien, des Fachbereichs Kunst und Intervention I Umfeld der Akademie der bildenden Künste Wien, sowie der Technischen Universität Wien Projekte rund um Kunst und Klima.

Songs for the Changing Seasons

Ausstellung
Kuratorinnen: Lucia Pietroiusti & Filipa Ramos
Künstlerinnen: Yussef Agbo-Ola / Olaniyi Studio, Cooking Sections, Patricia Domínguez, Eva Fàbregas, Dominique Knowles, Sofia Jernberg, Joan Jonas, Lin May Saeed, Natalia Montoya, Thao Nguyen Phan, Studio Ossidiana, Laure Prouvost, Adrián Villar Rojas.
Ort: Festivalareal Nordwestbahnhof
Zeitraum: 5. April bis 14. Juli 2024

„Songs for the Changing Seasons“ versammelt internationale und generationenübergreifende künstlerische Positionen, die die Zeichen und Gesten des Einklangs mit der Umwelt antizipieren: In ihrer Auseinandersetzung mit den verschiedenartigen Formen der Liebe und Achtsamkeit, des Heilens, der Demut und des Vorausschauens versuchen sie zu ergründen, wo, wann und wie sich der planetarische Wandel Ausdruck verschafft. Die Kunstwerke in der Ausstellung reflektieren, wie diese Veränderungen auf Menschen und Orte Einfluss nehmen. So gibt die Schau Einblicke, wie ökologische Belange in der Kunst wahrgenommen und behandelt werden, folgt dabei den Rhythmen, die unseren Planeten kennzeichnen.

Auf welche Weise teilt sich der Wandel in und mit den Körpern aller Wesen mit – ob Menschen, Tiere, Pflanzen oder Mineralien? Wie werden Trauer und Schmerz, aber auch Hoffnungen, Träume und Sehnsüchte auf individueller und kollektiver Ebene erlebt, verarbeitet und imaginiert? Endet die Welt, wenn eine Welt untergeht? In der Geschichte scheint vieles darauf hinzudeuten, dass dies nicht der Fall ist: Welten gehen unter, neue Welten entstehen und die Kultur kodiert die Signale vergangener Zeiten für die Zukunft. Das Fortbestehen der Welt wird dabei zwangsläufig aus der Perspektive jener erzählt, die überlebt haben, während andere Erfahrungen systematisch zum Schweigen gebracht, nicht weitergegeben und vergessen wurden. In der Ausstellung sind raumgreifende Installationen, Film- und Videoarbeiten, Skulpturen, Architekturen und Malereien zu erleben, die diese Fragen aufgreifen und am Beispiel der Geschichte und Ökologie des ehemaligen Nordwestbahnhof-Geländes verhandeln.

Als Head of Ecologies der Serpentine in London arbeitet die Kuratorin Lucia Pietroiusti an der Schnittstelle von Kunst, Ökologie und Systemen oft auch außerhalb des Ausstellungsraums. Die Dozentin und Kuratorin Filipa Ramos (Institute Art Gender Nature (IAGN), Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Basel) beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit dem Verhältnis des kulturellen Umgangs mit der Ökologie. Sie ist Kuratorin von Bestiari, der katalanischen Vertretung bei La Biennale di Venezia 2024.



Design with a Purpose

Ausstellung
Partner: Vienna Design Week
Kurator*in: Team der Vienna Design Week unter Leitung von Gabriel Roland
Ort: Festivalareal Nordwestbahnhof
Zeitraum: 5. April bis 14. Juli 2024

Die von der VIENNA DESIGN WEEK kuratierte Schau „Design with a Purpose“ zeigt Design als Schlüssel zu einem ökologischen, sozialen und sinnstiftenden Zusammenleben und Wirtschaften. In leicht zugänglicher Form vereint sie Beispiele verantwortungsvoller und zukunftsweisender Gestaltung – von der strategischen Beratung hin zum Handwerk, den Produkten, dem Lebensmittelbereich bis hin zu Social Design. Über diese Projekte aus der österreichischen Designlandschaft sucht die Ausstellung nach Perspektiven für eine besser gestaltete Zukunft.


Biofabrique Vienna

Ausstellung
Partner: Wirtschaftsagentur, Atelier Luma
Kurator*in & Künstler*in: Jan Boelen
Ort: Biennale Areal Nordwestbahnhof
Zeitraum: 5. April bis 14. Juli 2024


Basierend auf der Methodik des bioregionalen Ansatzes vom Finden, Verbinden, Umsetzen und Teilen ungenutzter Ressourcen arbeitet die „Biofabrique Vienna“ als Netzwerk, das von lokalen Akteur*innen betrieben wird, um ungenutzte und wiederverwendete Materialien auf eine Weise zu verarbeiten, die auf die Ressourcen und Bedürfnisse der Bioregion Wien zugeschnitten sind. „Biofabrique Vienna“ ist ein Pilotprojekt von Atelier Luma und der Wirtschaftsagentur Wien. Nach der Klima Biennale Wien wird es bei der VIENNA DESIGN WEEK fortgesetzt.


Klima Commons

Raumgestaltung
Architektinnen: Lina Streeruwitz, Bernd Vlay und Johannes Pointl von StudioVlayStreeruwitz mit Landschaftsarchitektin Isolde Rajek von Rajek Barosch und Thomas Romm von der Kreislaufwirtschaft-Genossenschaft BauKarussell
Ort: Festivalareal Nordwestbahnhof
Zeitraum: 5. April bis 14. Juli 2024

Das Festivalareal Nordwestbahnhof wird im Rahmen der ersten Klima Biennale Wien als urbane Utopie fungieren und soll zeigen, wie ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen ein Anpassen an den Klimawandel möglich macht. Es bietet eine inspirierende und innovative Plattform, um die Idee einer nachhaltigen und klimafreundlichen Zukunft in einer städtischen Umgebung temporär Wirklichkeit werden zu lassen. Durch die Gestaltung des Areals als lebendiges Beispiel für die Möglichkeiten einer ressourcenbewussten Aneignung und Gestaltung von Raum wird eine Vision von Stadtentwicklung und Zusammenleben vermittelt, die den ökologischen Herausforderungen unserer Zeit gerecht wird.

„Klima Commons“ wird so zu einer erlebbaren Sequenz von Umwelteinwirkungen, Raumeindrücken und Materialitäten, in der Besucherinnen ankommen und zusammenkommen, um gemeinsam weiter zu kommen. Die gestalterische Planung wird von StudioVlayStreeruwitz in Zusammenarbeit mit rajek barosch übernommen. Die Umsetzung erfolgt mit Re-Use-Materialien in Kooperation mit BauKarusselle.


Klima Kantine

Kulinarische Intervention
Kuratorinnen & Künstlerinnen: TBA
Ort: Festivalareal Nordwestbahnhof
Zeitraum: 5. April bis 14. Juli 2024 05.04.–14.07.2024

Unter dem Titel „Klima Kantine“ beschäftigt sich die Klima Biennale Wien mit elementaren Fragen rund um die Themen Ernährung, Umwelt und Zukunft. Ob Mehlwurm, Protein-Shake oder doch zurück zur Kartoffel: Was werden, können und sollen wir in Zukunft essen, wie und woher? Diesen und vielen anderen Fragen und Aspekten der Kulinarik fühlt die Klima Biennale Wien im Rahmen der „Klima Kantine“ gemeinsam mit Köchinnen, Künstlerinnen und Produzent*innen auf den Zahn. Das Ziel: Klimapositive Ernährung stärken.


Solutions & Strategies

Kooperationsreihe
Partnerinnen: Universität der angewandten Kunst Wien, Akademie der bildenden Künste Wien, Technischen Universität Wien
Ort: Festivalareal Nordwestbahnhof und Hochschulen
Zeitraum: 5. April bis 14. Juli 2024

„Solutions & Strategies“ ist eine Kooperationsreihe mit der Universität für angewandte Kunst, der Akademie der bildenden Künste und der Technischen Universität Wien. Die Projekte beginnen zum Teil bereits im Wintersemester 2023 und werden während des Biennale Zeitraums umgesetzt. Studierende, Professorinnen und Alumnis der teilnehmenden Klassen haben in dieser Zeit die Möglichkeit, eigene Projekte zu realisieren.

Zwischenwurzeln

Ausstellung

Partner: Akademie der bildenden Künste Wien I Fachbereich Kunst und Intervention
Projektleitung: Judith Huemer, Tobias Pilz.
Ort: Festivalareal Nordwestbahnhof
Zeitraum: 5. April bis 14. Juli 2024

Die Studierenden des Fachbereichs Art and Intervention/Environment an der Akademie der bildenden Künste Wien (Leitung: Judith Huemer & Tobias Pilz) drangen 2023 tief ins Gesäuse/Steiermark vor. Eine intensive und monatelange Auseinandersetzung mit der Region an sich, mit Ökologie, Klimawandel, Monokulturen, nachhaltigen und zukunftsweisenden Alternativen und Entwicklungen folgten, sichtbar gemacht in einer Ausstellung im Forstmuseum Silvanum. Im Rahmen der Klima Biennale Wien verschiebt sich der Fokus für die Studierenden nun vom Gebirgstal in das städtische Brachland des Nordwestbahnhofs. Ihre künstlerische Arbeit bekommt damit einen neuen Kontext in Hinblick auf Architektur und Öffentlichkeit sowie in Bezug auf die Spezifika des Klimawandels im urbanen Raum.

T.A.R. – Temporary Autonomous Region

Installation

Partner: Akademie der bildenden Künste Wien I Sustainability in the Arts
Projektleitung: Rainer Prohaska
Ort: Festivalareal Nordwestbahnhof
Zeitraum: 5. April bis 14. Juli 2024

Die aktuelle ökologische Situation erfordert einen Wandel unserer Lebensweise. Wir alle wehren uns gegen notwendige Brüche, daher ist das Kreieren von Territorien gefordert, die anders funktionieren. „T.A.R.“ ist ein experimenteller und autonomer Lebensraum, der versucht, Fluchtzonen aus der herrschenden Ordnung zu schaffen, in denen sich die Verflechtungen des Lebens zwischen Menschen und anderen Organismen neu organisieren. „T.A.R.“ gleicht aber auch einer Oase, einem Ort der Ruhe abseits vom Lärm der Welt.

Compost Care – Moving, Writing, (Deep) Listening, Soundmaking

Installation / Seminar

Partner: Klasse für Alle, Compost Group | Universität für angewandte Kunst Wien
Projektleitung: Andrea Lumplecker
Ort: Festivalareal Nordwestbahnhof
Zeitraum: 5. April bis 14. Juli 2024

Mit Donna Haraway gesprochen sind wir „Humus, nicht Homo, nicht Anthropos; wir sind Kompost, nicht Posthuman.“ Die Compost Group der Klasse für Alle nimmt sich Kompost sowohl im organischen als auch im metaphorischen Sinne an. Kompostieren wird als Ritual des Sammelns, Erkennens und Umwandelns begriffen und zu einer Metapher für alle Lebensprozesse. Nährstoffkreisläufe zu sehen und zu erkennen und durch Kompostierungspraktiken wie Bewegen, Schreiben, (tiefes) Zuhören, Klangerzeugung und Pflege dem alltäglichen Abfall Bedeutung und Würde geben.

Common Ground – Braiding Community

Ausstellung / Installation

Partner: Klasse für Alle, Common Ground Group | Universität für angewandte Kunst Wien
Projektleitung: Johanna Pressler
Ort: Festivalareal Nordwestbahnhof
Zeitraum: 5. April bis 7. April 2024

Ein großer Teppich entsteht in der gemeinsamen Arbeit vieler Menschen. Jede Person hinterlässt einen geflochtenen Zopf, der Teil des Teppichs wird, und damit eine Spur darin. Im Rahmen der miteinander verbrachten Zeit öffnet sich Raum für Austausch und Gespräche. Die handwerkliche Technik ist einfach und kann sofort angewandt werden. Aussortiertes und Weggeworfenes verwandelt sich in ein Objekt, das allen Platz bietet, um in Dialog zu treten, zuzuhören und voneinander zu lernen.

TBA.

Ausstellung

Partner: TransArts - Transdisziplinäre Kunst | Universität für angewandte Kunst Wien
Kurator: Markus Hiesleiter
Ort: Festivalareal Nordwestbahnhof
Zeitraum: 5. April bis 7. April 2024

Die Studentinnen der TransArts Klasse der Angewandten werden für die Klimabiennale Einzel- und Gruppenproiekte für den Außenraum des Nordwestbahnhofesgeländes entwickeln. Hierbei wird der Mobilitätsgedanke eine wesentliche Rolle spielen: an dem stillgelegten Bahnhof können die Student*innen konkret über individuelle Mobilität und auch über Mobilität im übertragenen Sinne reflektieren: über Anpassungsfähigkeit, Flexibilität, Wendigkeit und geistige Beweglichkeit in Zeiten des Klimawandels.

Schlafende Hunde

Ausstellung / Performance

Partner: Abteilung für Ortsbezogene Kunst | Universität für angewandte Kunst Wien
Kuratorin: Marlies Pöschl
Ort: Festivalareal Nordwestbahnhof
Zeitraum: 5. April bis 14. Juli 2024

Die produktive und reproduktive Kraft von nichtmenschlichen Tieren wird im gegenwärtigen Biokapitalismus auf vielfaltige Weise verwertet, zumeist ohne, dass sie als Arbeit verstanden würde. Was, wenn die Tiere nicht mehr aus dem Winterschlaf erwachen? Die in dieser Ausstellung präsentierten Werke von Absolvent*innen der Abteilung für Ortsbezogene Kunst widmen sich dem Motiv des Schlafs als subversive Strategie, um der ungleichen Arbeitsteilung zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Wesen zu begegnen.

Angewandter urbaner Holzbau

Mobile Holzwerkstatt

Partner: Entwerfen und Holzbau im urbanen Raum | TU – Technische Universität Wien
Ort: Festivalareal Nordwestbahnhof
Zeitraum: 5. April bis 14. Juli 2024

Die seit Herbst 2023 an der Technischen Universität Wien eingerichtete „BML Stiftungsprofessur für Entwerfen und Holzbau im urbanen Raum“ unter der Leitung von Prof. Juri Troy fokussiert sich auf materialspezifische Entwurfspraktiken des Holzbaus in Lehre und Forschung im Kontext der Klimakrise, durch resilientes (Weiter-) Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen und der dafür notwendigen Werkstoff- und Technologieentwicklung. Ein Schwerpunkt der pädagogischen Untersuchungen liegt dabei im Design-based Research. Die Klima Biennale Wien bietet dabei den Rahmen für die Entwicklung einer „Mobilen Holzwerkstatt“, einem Tool, welches Studierenden ermöglichen soll im städtischen Raum durch Interventionen die Herausforderungen unserer gebauten Umwelt zu erörtern und Gegenmodelle vorzuschlagen. Diese gebaute Umwelt ist Ressource und Ursprung, sie informiert die Bedingungen der „Mobilen Werkstatt“ welche im Rahmen der Klima Biennale Wien durch Studierende der TU Wien selbst entwickelt wird und als Resultat über die nächsten Jahre durch Österreich und Europa ziehen wird.

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