5. April bis 14. Juli 2024

Immediate Matters

Ausstellungsreihe
Ort / Künstler*innen: discotec.art / Kathrin Stumreich; EIKON Schauraum / Käthe Hager von Strobele; flat 1 offspace / Johanna Binder, Karin Maria Pfeifer, Sula Zimmerberger; M*Balthazar’s Laboratory / Johanna Tinzl; Marcello Farabegoli Projects / Hana Usuis; Magdalenenstraße 33 / Oliver Alunovic
Zeitraum: 6. April bis 28. April 2024

Die freie unabhängigen Kunstszene in Wien zählt zu einer der stärksten und vielfältigsten im deutschsprachigen Raum. Mit diversen, subversiven künstlerischen Positionen bereichert sie die Stadt und sorgt für Vielfalt und Lebendigkeit abseits der etablierten Kunstinstitutionen. Als niederschwellige Orte für die zeitgenössische Kunstszene bildet sie ein stadtübergreifendes Netzwerk. Genau hier setzt die Klima Biennale Wien an und öffnet über das Ausstellungsformat Immediate Matters neue und alte Türen zu Räumen, die sich in Wien mit den zahlreichen Herausforderungen des Klimawandels auseinandersetzen.

Die im Rahmen des Open Calls ausgewählten Räume und eingeladenen Künstler*innen bieten multidimensionale Perspektiven auf die Bandbreite sozialer und ökologischer Problemstellungen, die durch die globale Klimakrise sichtbar werden. Im Rahmen der Biennale werden die einzelnen Positionen miteinander verknüpft und in neue Beziehungen gebracht. Die einzelnen Ausstellungen formen gemeinsam ein Netz, das vielfältige Perspektiven auf die Auswirkung der menschlichen Verhaltensweise auf die Natur und verschiedenen nicht-menschlichen Akteur*innen in ihr erforscht.

EIKON Schauraum

Q21 / MuseumsQuartier Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien
Käthe Hager von Strobele
Growing in the Dark

Käthe Hager von Strobele untersucht in „Growing in the Dark“ das Potenzial für Bewältigungsmechanismen der Menschen in Hinblick auf eine 1-3 Grad Celsius heißeren Welt an Hand von Zimmerpflanzen. Wie passen sie sich ihren unwirtlichen Lebensbedingungen an und was können wir daraus lernen? Die exotischen Arten werden meist aus tropischen Gebieten importiert und laufend reproduziert. Sie gedeihen bei guter Pflege viele Jahre lang, benötigen kaum Tageslicht und wachsen nahezu im Dunkeln – so lange sie es warm haben.

flat 1 offspace

Radetzkystraße 4, 1030 Wien
Johanna Binder, Karin Maria Pfeifer, Sula Zimmerberger
Floras Reisen

In ihrem Projekt vertiefen Johanna Binder, Karin Maria Pfeifer, Sula Zimmerberger diese invasiven Prozesse in Flora und Fauna als grundlegende Metapher für hegemoniale Machtstrukturen und repressive Praktiken zwischen Gesellschaften. Sie gehen dabei weit in der Geschichte zurück, um die durch Kolonialisierung und (Zwangs-)Migration ausgelösten Veränderungen in der Natur zu erfassen und auf die Gegenwart zu übertragen.

M*Balthazar’s Laboratory

Jägerstraße 52-54, 1200 Wien
Johanna Tinzl
In the Wake of the Tipping Point

Johanna Tinzls Installation ist dem Verschwinden der Gletscher gewidmet. Die Künstlerin archiviert seit 2019 mittels Abgusstechnik deren Topografien und Oberflächen. Die fragilen Skulpturen zeugen auch von der körperlichen Erfahrung der sich die Künstlerin angesichts dieser unmöglichen Dokumentation eines unaufhaltsamen Prozesses gegenüber sieht.

Magdalenenstraße 33

Magdalenenstraße 33, 1060 Wien
Oliver Alunovic
Tracking Waste in Urban Ecosystems

Den Wienfluss im Blick: das Projekt „Tracking Waste in Urban Ecosystems” nutzt künstliche Intelligenz, um am Oskar-Kokoschka-Platz Daten über die Verschmutzung des Wienflusses zu sammeln. Durch den Einsatz von Bilderkennung und Deep Learning wird Müll im Wasser identifiziert und eine Langzeitstudie über aquatische Ökosysteme durchgeführt. Das Projekt ist Teil einer fortlaufenden Auseinandersetzung mit städtischem Lebensraum, den Methoden seiner prozesshaften Analyse und Kartographierungsmöglichkeiten.

discotec.art

Schleifmühlgasse 12-14, 1040 Wien
Kathrin Stumreich
mid-air collisions

150.000 motorisierte Spiegel reflektieren in Ivanpah, einer Concentrated Solar Plant in der Mojavewüste, das Sonnenlicht. Das Lichtspektrum der bis zu 1.000 Grad heißen Zone zieht Insekten an, die in der gleißenden Hitze verglühen. Kathrin Sturmreich wirft den Blick auf dieses Phänomen. Vor Ort sammelte sie 10 Terabyte an Foto und Videomaterial, in denen sie die Thermik, das Blau des Himmels und den Kampf der Tiere beobachtet. Das Aufeinandertreffen eines natürlichen Habitats mit der Architektur erneuerbarer Energien stehen im Zentrum ihrer multimedialen Installation.

Marcello Farabegoli Projects

Rauscherstraße 12/24, 1200 Wien
Hana Usuis
Electric Shadows

In ihrem Zyklus „Electric Shadows“ reflektiert Hana Usuis über die buchstäblichen Schattenseit von Atomkraftund die Umdeutung, die sie derzeit teilweise erfährt. In Österreich existieren zwar keine aktiven Kernkraftwerke – dennoch liegen einige der ältesten AKWs unweit von Wien. In ihrer von Zwentendorf inspirierten immersiven Installation setzt sich Usui mit den katastrophalen Folgen von nuklearen Unfällen auseinander. Durch die Verwendung verschiedener Materialien schafft sie ein visuelles Gleichgewicht zwischen bipolaren Gefühlen der Verwüstung und Verspieltheit.

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